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„100 Prozent Chef, Freund, Mensch“

Nachruf Dr. Uwe Rantzsch

Am 12. März verstarb unser Kollege Uwe Rantzsch, Geschäftsführer der ALBA Leipzig GmbH, der ALL Abfall-Logistik Leipzig GmbH und der AVL Abfallverwertung Leipzig GmbH. Wir verlieren mit ihm eine große Persönlichkeit, die ALBA über viele Jahre mit geprägt hat. Ein Nachruf.

Ihre besondere Beziehung begann in einem Wartburg. Im Dienstwagen des VEB Sekundärrohstoffe Leipzig kutschierte Uwe Rantzsch 1991 den Gast aus dem Westen durch sein sächsisches Recyclingreich. Auf dem Beifahrersitz: Eric Schweitzer, damals Mitglied der Geschäftsführung der ALBA AG. Der 26-jährige Berliner erkannte schnell:

„Uwe Rantzsch war ein kluger Kopf und ein sehr empathischer Mensch.“

Und ein sympathischer. Zu seinem 50. Geburtstag bescheinigten die ALBA-Eigentümer Axel und Eric Schweitzer ihrem fröhlichen Leipziger Statthalter ein „unvergleichliches Lächeln und einen Charme, der nicht nur in Sachsen seinesgleichen sucht“.

1981 

Begonnen hatte Rantzsch 1981 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im VEB. Niemand hatte den Absolventen der Handelshochschule Leipzig erwartet, so dass er in einem Kabuff mit alten Obststiegen einquartiert wurde. Er nahm’s gelassen und las aus lauter Langeweile in den ersten Tagen „Vom Winde verweht“.

Mit der Ruhe war es bald vorbei – erst recht, nachdem Rantzsch 1984 zum Direktor aufstieg und 1991 ALBA das ehemalige Abfallkombinat übernahm. Jetzt gab er richtig Gas. Die Büros der Verwaltung verlegte er in den dreckigsten Winkel des Hauptstandortes. Seine einfache Begründung: „Wir schauen da jeden Tag drauf – bis wir das hier aufgeräumt haben!“

Ein Kernstück des Engagements war der Aufbau der kommunalen Partnerschaft mit der Stadt Leipzig. In den gemeinsamen Töchtern Abfallverwertung Leipzig (AVL) und Abfall-Logistik Leipzig (ALL) übernahm der Sachsen-Matador die Geschäftsführung. Auch die „Gelbe Tonne plus“, die Leipziger Wertstofftonne, hat Uwe Rantzsch erfunden. Für den Erfolg seiner Gesellschaften scheute er keine Mühe. Obwohl er mit Sport nicht viel anfangen konnte (Ausnahme: sein Radel-Eifer), sponsorte er den Leipziger Volleyball-Bundesligisten und rückte auf Drängen Eric Schweitzers sogar in den Vereinsvorstand ein. „Das hat er mir immer vorgehalten“, erinnert sich der Chef.

Privat trieb der promovierte Volks- und Betriebswirt Familie und Freundeskreis in die weite Welt hinaus. Je verwegener das Ziel, desto besser. Mit seiner Frau durchquerte er Nordkorea, wanderte über den Inka-Trail in Peru, bereiste Grönland, den Oman, Costa Rica. Und jedes Pfingsten ging es auf Weinreise.

„Er hat das Leben geliebt und ausgekostet“, erinnert sich Heike Schröder, die 2006 über das Systemgeschäft zu ihm stieß.

„Sein Motto war: Machen, nicht warten.“ Sein früher Tod beweist, wie Recht er hatte.

Uwe Rantzsch machte Karriere. Bald war er neben seinem regionalen Engagement auch ALBAs Mann für die dualen Systeme, wurde später Chef des Sorting-Bereichs und des Kunststoffwerks in Eisenhüttenstadt. „Er war fachlich hervorragend, aber er machte nicht auf ‚wichtig, wichtig“, erzählt Heike Schröder. „Er war hart in der Sache, aber immer Mensch.“

Italien 2004

Halbjahreskonferenz 2008 mit Heike Schröder …

… und mit Ursula Gier, der Assistentin von Eric Schweitzer

Sein größter Coup: der Bau der ersten modernen Sortieranlage innerhalb der ALBA-Welt. Bei der Eröffnung warnte der damalige DSD-Vorstand Manfred Sutter Eric Schweitzer: „Sie sind doch verrückt, so etwas zu machen!“ Doch Schweitzer hatte Rantzsch vertraut – und beide behielten Recht. Seine Überzeugungskraft schweißte auch die Mannschaft in den Leipziger Gesellschaften zusammen. „Uwe Rantzsch konnte motivieren“, erinnert sich seine engste Mitarbeiterin Heike Zimmermann, heute kaufmännische Leiterin der ALBA Leipzig.

„Wir wussten immer: Klang die Idee auch noch so verrückt – wenn sie von Uwe kommt, ist sie gut und wird funktionieren.“

Uwe Rantzsch war für sie „100 Prozent Chef, Freund, Mensch“.

Eric Schweitzer fasst es so zusammen: „Was wir in Leipzig haben: das war er!“ Und deshalb bleibt Uwe Rantzsch bei ALBA stets in Erinnerung.

 Uwe Rantzsch, Manfred Sutter, Eric und Mutter Ursula Schweitzer (hintere Reihe v.l.) bei der Eröffnung der Leipziger Sortieranlage 2002

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