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„Auch im Großen gibt es noch viel zu tun.“

Um Abfälle zu vermeiden, zu verwerten und damit natürliche Ressourcen zu schützen, bedarf es neben technischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auch rechtlicher Weichenstellungen. Politik und Recht sind für die ALBA Group insofern wichtige Themen. Der Inside hat mit Eric Schweitzer über die aktuellen Projekte, Ziele und Herausforderungen gesprochen.

 

Eric Schweitzer Portrait - ALBA Group

Herr Schweitzer, seit Anfang des Jahres ist das Verpackungsgesetz in Kraft. Hat sich der Markt dadurch verändert? Welche konkreten Auswirkungen hat es für die ALBA Group?

Die Kollegen von Interseroh stellen fest, dass sie mit ihren Vorschlägen für recyclingfreundlichere Verpackungen jetzt viel mehr Gehör finden. Wir werben ja schon seit Jahren dafür, jetzt kommt richtig Bewegung hinein. Interseroh will mit dem Gütesiegel „Made for Recycling“ hier einen neuen Standard schaffen, das ist gut.

Und mit dem Shopkonzept „Lizenzero“, mit dem auch Händler mit geringen Verpackungsmengen leicht ihre Pflicht zur Registrierung für die Entsorgung erfüllen können, haben wir ein neues, attraktives Angebot auf den Markt gebracht. Denn auch bei der Lizenzanmeldung zeigt das Verpackungsgesetz Wirkung. Man sieht: Nicht jedes, aber zumindest dieses Gesetz bietet auch Chancen für unternehmerisches Handeln.

Stichwort Plastik: Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. fordert, das Recycling von Kunststoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern – und insbesondere die Hersteller stärker in die Pflicht zu nehmen. Was ist Ihre Meinung hierzu?

Recycling kann seinen vollen Beitrag zur Schonung der weltweiten Ressourcen und zum Klimaschutz nur bringen, wenn möglichst viele – am besten natürlich: alle – Kunststoffe im Kreislauf bleiben. Deshalb ist unsere Unternehmensvision ja die „Welt ohne Abfall“.

Dafür kommt es darauf an, dass insbesondere Verpackungen, aber auch andere Kunststoffprodukte so produziert werden, dass sie auch leicht wieder recycelt werden können. Eine Schinkenverpackung, deren Deckfolie aus sieben Schichten verschiedener Materialien besteht, lässt sich nur verbrennen – ein Verlust an wertvollen Rohstoffen und ein sinnloser, hoher CO2-Ausstoß.

Aber auch im Großen gibt es noch viel zu tun: Rotorblätter von Windkraftanlagen, die aus faserverstärktem Kunststoffe bestehen, lassen sich heute nicht mit vertretbarem Aufwand recyceln.

Wieso ist die Politik eigentlich so wichtig für die ALBA Group?

Wir arbeiten in einer stark regulierten Branche. Natürlich gelten für jeden Wirtschaftszweig eine Fülle von Gesetzen, aber nur wenige stehen mit so vielen verschiedenen Themen permanent im Blickpunkt: Die Diskussion um die Verpackungsflut, der Export von Kunststoffen nach Asien, Plastikabfälle im Meer, Einwegplastikgeschirr, Coffee-to-go-Becher – das alles sind Schlagworte aus diesem Sommer.

Und nicht zuletzt haben wir eine besondere Situation, weil im Bereich der Abfallentsorgung nicht nur private Firmen aktiv sind, sondern wir im Wettbewerb mit den kommunalen Anbietern wie den Stadtwerken stehen. Deshalb sind Länder und Kommunen bei unseren Themen besonders engagiert.

 

Als Recyclingunternehmen sind wir regelmäßig mit verschiedenen Umweltinitiativen und -verbänden im Kontakt, zum Beispiel dem BUND oder der Umwelthilfe. Wie ist hier das Verhältnis?

Ich glaube, auf beiden Seiten herrscht kritische Sympathie, weil wir ja alle dasselbe Ziel verfolgen. Einerseits gelten wir durchaus als „die Guten“ – jedenfalls ist das unser Eindruck –, weil wir uns für Recycling, die Umwelt und den Klimaschutz engagieren. Andererseits geht es Umweltorganisationen verständlicherweise nie schnell genug. Sicher könnte manches in der Recyclingbranche noch etwas besser laufen – aber am Ende muss es auch für die Bürger bezahlbar bleiben.

 

An welchen Projekten sind wir aktuell dran? Was sind die Ziele und Herausforderungen?

Im Unternehmen müssen wir die Digitalisierung noch schneller und erfolgreicher voran bringen. Im Süden Deutschlands können wir sicher noch etwas stärker werden. Und wir haben ein waches Auge für die Entwicklungen auf dem Markt der dualen Systeme.

Politisch wird die Novelle für das Kreislaufwirtschaftsgesetz spannend. Hier muss die gesamte Branche deutlich machen, welchen enormen Beitrag das Recycling für den Klimaschutz leistet. Selbst die Produktion von Ersatzbrennstoffen aus Gewerbeabfall, die ja am Ende auch im Feuer landen, bringt eine Treibhausgas-Einsparung, die 31-mal höher ist als bei herkömmlicher Müllverbrennung zur Energieerzeugung. Das hat das Öko-Institut ermittelt. Und beim Recycling sparen wir zusätzlich noch die Rohstoffe und ihre Gewinnung ein.

 

Sie sind nicht nur Mitinhaber und Vorstandsvorsitzender der ALBA Group, gemeinsam mit Ihrem Bruder Axel, sondern nebenbei auch noch Präsident des DIHK. Haben Sie dafür überhaupt Zeit?

Das Ehrenamt als DIHK-Präsident ist eine wichtige Aufgabe für die gesamte deutsche Wirtschaft, weil der DIHK einer der vier Spitzenverbände ist. Deshalb mache ich das gern, auch wenn ich dadurch etwas weniger Zeit für das eigene Unternehmen habe. Im Schnitt gehen ein bis zwei Tage für den DIHK drauf, drei bis vier für die Firma. Wobei meine engeren Mitarbeiter sagen, das Verhältnis sei zwei zu fünf. Aber das Unternehmen ist ja durch mein DIHK-Engagement nicht führungslos. Axel ist ja sieben Tage pro Woche für ALBA im Einsatz. Sonst könnte ich den DIHK-Job gar nicht machen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

 

Zum Schluss: Wann waren Sie eigentlich zuletzt im Urlaub?

Da ist es bei mir nicht anders als bei den meisten unserer Kollegen – vom Lader bis zum Controller: Ich war jetzt im Sommer für zwei Wochen weg.

Herr Schweitzer, vielen Dank für das Gespräch.

 

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