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gelbersack

Noch schlummern sie friedlich am Straßenrand. Aber der „Veco“ im ALBA-Recyclingwerk Walldürn wartet schon.

Heavy Metal: Die Geschichte vom Gelben Sack und vom Vecoplan-Aufgabedosierer

Bei der ALBA Recycling in Walldürn dreht sich alles um den Gelben Sack. Vor allem zwar um dessen Inhalt, doch auch die gelbe Hülle spielt eine wichtige Rolle. Auf sie wartet schon der neue Aufreißer. Betriebsleiter Ingo Blase gibt einen Einblick.

Zwielichtiger Gefährte

Der Gelbe Sack ist ein zwielichtiger Gefährte. Niemand möchte mehr ohne ihn leben, aber die wahre Liebe will auch nicht so recht erblühen. Seine größten Kritiker werfen ihm vor, dass er stets zu schnell seinen Dienst versagt und einfach aufreißt, womit nicht selten diverse Flüssigkeiten, welche einen geruchstechnisch unwiderstehlichen Duftmix verbreiten, sofort das Weite suchen. Das alles sehr zum Unbehagen des Nutzers.

Seine Anfälligkeit resultiert natürlich nicht aus seiner massiv übertriebenen Füllmenge. Ebenso wenig ist die Bremsscheibe schuld, welche noch bis vor kurzem in der Garage vor sich hin dümpelte. Denn endlich wird alles einem guten Zweck zugeführt – der Nachhaltigkeit. Und eine Großzahl der besagten Säcke hält der Belastung ja auch durchaus stand.

Mensch weiß nicht, was er will

Endlich im ALBA-Recyclingwerk in Walldürn angekommen, bringen ihm die Mitarbeiter aber auch dort nicht die erhoffte Liebe entgegen. Denn er will einfach nicht ohne weiteres aufreißen. Da fühlt man sich als Gelber Sack doch arg gebeutelt. Der Mensch weiß einfach nicht, was er will. Keinem kann man es recht machen.

Doch hier kommt ein völlig neuer Protagonist ins Spiel – der Vecoplan-Aufgabedosierer. Ein Schneidtisch und zwei Hammerwellen lassen dem Gelben Sack keine Chance mehr. Die Aufreißquote liegt bei traumhaften 99 Prozent. Die ehemalige Duschgel-Flasche und der Joghurtbecher können sich nicht mehr hinter der schützenden gelben Folie verstecken. Der Neue legt sie einzeln separiert, völlig nackt, wenn man so will, auf die Fördergurte und die Infrarot-Trenner können endlich ungehindert zugreifen. Quote und Qualität freuen sich und springen beide einen schönen Satz nach oben.

Veco

Seit dem Weihnachtsfest 2016 arbeiten zwei dieser „Vecos“ im Walldürner Werk. Die Weihnachtsfeiertage beinhalteten für die Mitarbeiter, die beim Aufbau involviert waren, nur wenig Weihnachtliches. Dafür mögen jetzt alle den Gelben Sack – denn er reißt und reißt und reißt.

Während die Schneidtechnik ihren Weg nicht ganz so frisch aus der Erfinderkammer in das Schneidwerk des „Vecos“ fand, besticht der Neue vor allem durch seinen innovativen Antrieb. Jede Hammerwelle treibt ein Torquemotor mit 82 kW Muskeln an. Kleine Drehzahl, hohes Drehmoment – Torquemotoren sind kompakte und hochdynamische Antriebe mit hohem Wirkungsgrad. Sie werden je nach Größe sehr hochpolig ausgelegt und erreichen damit gute Wirkungsgrade trotz niedriger Drehzahlen. Und dies ohne Vorschaltgetriebe. Damit sind sie wesentlich geräuschärmer als schnell laufende Asynchron-Maschinen, extrem kraftvoll und wartungsarm.

Dies wiederum konnte das Schneidwerk von sich nicht behaupten. Nach einer Schicht benötigten zwei Instandhalter eine gute Stunde, um Drähte, Bänder, Netze und Ähnliches wieder herauszuschneiden. Eine kraftraubende Arbeit, die noch dazu ein hohes Verletzungspotenzial beinhaltete. Nicht wenige Cuttermesser brachen und manch Winkelschleifer entsandte dort seine letzte Rauchwolke in den Annahmehallenhimmel.

Winkelschleifer

Hier wiederum kommt ein Mann ins Spiel, der einst bei ALBA am Sortierband anfing, sich zum Schichtleiter qualifizierte, ein Studium zum Bachelor und danach Master sehr erfolgreich absolvierte und in diesen Tagen aufbricht, um sich seinen Doktortitel zu erarbeiten. Der Anlage in Walldürn drückt er seinen technischen Stempel auf – Thomas Herkert.

Mit nicht wenigen Berechnungen und eigenen Schweißversuchen entwickelte er eine Freischneideeinrichtung für den „Veco“, die ihren Dienst ebenso 99-prozentig versieht wie das eigentliche Aufreißen. Der Winkelschleifer fristet heute ein unbeachtetes Dasein im Werkzeugschrank hinter den „Vecos“. Darüber sind Grzegorz Bonk, Alex Kimbel und Jerzy Rutkowski auch besonders glücklich. Alle drei warten wöchentlich mit viel Engagement und Freude die beiden Aggregate. Es muss ständig vor allem nachgeschweißt werden, da die Kunststoffe eine unglaublich abrasive Wirkung besitzen. Das Freischneiden gehörte jedoch absolut nicht zu den geliebten Tätigkeiten. Und deshalb herrscht viel Freude, da es nun auch nicht mehr nötig ist.

In enger Zusammenarbeit mit der Firma Vecoplan entstand somit eine rundum perfekte Maschine, welche niemand mehr missen möchte. Endlich wird der Gelbe Sack geliebt. Und in diesem Fall sogar deshalb, weil er so einfach aufreißt. Ab und an kann man es den Menschen doch recht machen.

V.l.: Waldemar Staudinger, Jerzy Rutkowski, Thomas Herkert, Grzegorz Bonk und Alex Kimbel

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