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Sieger-Team 2018 im Schichtwettbewerb der Sortieranlage Walldürn
V. li.: Manfred Dörenberg (zukünftiger Mitarbeiter Marl), Tivadar Szöke (Staplerfahrer), Werner Pflüger (Pressenbediener), Jakob Alexander (Instandhalter), Ajmal Tanha (Läufer), Carsten Stöcker (Instandhalter), Uwe Nießner (Radladerfahrer), Mohamed Kamara (Schichtleiter), Olufemi Oludipe (Pressenbediener), Robert Grabarek (Staplerfahrer)

„Ich kann den Wind nicht ändern, nur die Segel drehen“

Mohamed Kamara musste aus seiner Heimat Sierra Leone fliehen. Mit dem Schiff kam er nach Europa – und fand bei ALBA in Walldürn beruflich ein neues Zuhause.

Wenn Clueso’s Hit „Neuanfang“ im Radio ertönt, hat das für Mohamed Kamara einen ganz besonderen Klang. 1976 in Sierra Leone geboren, setzte er im Jahr 2004 die Segel, weil er als Student in der Heimat um sein Leben fürchten musste. Er gehörte zur zukünftigen Intelligenz des Landes – und damit zu den Menschen, die von den damaligen Putschisten verfolgt wurden. Den Wind der Veränderung spürte der junge Afrikaner dann ganz hautnah auf der Flucht mit einem Container-Handelsschiff nach Europa.

Aufgrund seiner sprachlichen Kenntnisse und seiner Liebe zum Fußball war für den damals 28-Jährigen eigentlich England die Wunschadresse. Statt dem FC Liverpool drückt er allerdings heute dem FC Werder Bremen die Daumen. Denn unfreiwillig landete er in Bremen und gelangte von dort aus nach Hardheim – nur acht Kilometer von Walldürn entfernt. Ein Jahr lang erhielt er keine Arbeitserlaubnis. Keine einfache Zeit für den ehemaligen Studenten aus Freetown.

Sissy Marie und Mohamed Kamara

 

Eine Erfolgsgeschichte

Für einen Euro pro Stunde durfte er schließlich für die Gemeinde tätig werden. Kein Traumjob, aber endlich eine Aufgabe. Im November 2008 dann der Schritt, der die Wende bringen sollte: Mohamed Kamara bewarb sich als Sortierkraft in der ALBA-Recyclinganlage in Walldürn. Sein damaliger Schichtleiter Matthias Englert erkannte frühzeitig das Potenzial und die Leistungsbereitschaft des jungen Mannes. Schnell entwickelte er sich zum versierten „Läufer“, der mit hohem körperlichen Einsatz alle Störungen in der Produktionsanlage beseitigte.

Eine echte Erfolgsgeschichte: 2013 erhielt Mohamed Kamara von ALBA das Angebot, die Aufgabe eines Schichtführers zu übernehmen. Er nahm die Herausforderung an – und zeigte, was er kann: Sein Team gewann 2018 einen großen Teil eines ALBA-internen Schicht-Wettbewerbs.

Jedes Mal wartete eine kleine Monatsprämie auf ihn und „seine Jungs“. Und obwohl sie den Jahressieg und damit eine Segway-Tour schon im Herbst in der Tasche hatten, legten sie sich weiter kräftig ins Zeug.

 

Kalt ist nur das Wetter

Chancengleichheit und eine friedliche Entfaltung des eigenen Lebens – das schätzt Mohamed Kamara am meisten an Deutschland. „Hier braucht niemand aus dem Land zu flüchten, weil er Angst haben muss, dass er oder seine Familie bedroht oder gar umgebracht werden.“ Sein Vater verpasste den Augenblick der Flucht und wurde von den politischen Gegnern in Sierra Leone erschlagen. Seine Mutter wiederum lehnte eine Übersiedlung zu ihrem Sohn nach Deutschland ab.

Freilich ein schönes Land, aber diese furchtbare Kälte … Eine Einschätzung, die hoffentlich auch weiterhin nur das deutsche Wetter charakterisiert. Mohamed Kamara jedenfalls plant die Zukunft mit seiner Frau in der neuen Heimat. Mit dem deutschen Pass, den er voller Stolz seit 2018 bei sich trägt, brach er im Mai zu einem Besuch nach Sierra Leone auf, um seine Jugendfreundin Sissy Marie zu heiraten.

 

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