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Sprecher der ARGE Süd: Syla Tahiri (links) und Henry König

 

„Man muss die Mitarbeiter ins Boot holen“

ALBA hat in den kommenden Jahren viel vor. Digitalisierung, stärkere Wertschöpfung, den Ausbau kommunaler Partnerschaften sowie die Standardisierung von Prozessen – das sind die großen Themen.

Um sich hierfür zu wappnen und das konkrete Vorgehen zu besprechen, trafen sich Ende August rund 60 Kollegen aller Ebenen – vom Leitungsteam WaM, über Disponenten, Einkäufer bis hin zu Mitarbeitern des Vertriebs – zu einem großen Workshop in Velten. Darunter auch Henry König, Sprecher der ARGE Süd und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ALBA Süd, sowie Syla Tahiri, stellvertretender Sprecher der ARGE Süd und Vorsitzender des Betriebsrats der ALBA Süd am Standort Waiblingen. Gemeinsam vertreten sie die Interessen von über tausend Kollegen im Süden.

 

 

Herr König, Herr Tahiri, Sie waren beim großen WaM-Workshop in Velten dabei. Was war Ihr Eindruck?

König: Ich fand es gut, dass bei dem Workshop das ganze Spektrum der ALBA-Welt vertreten war, nicht nur die Führungskräfte. Von den Disponenten über die Vertriebler bis hin zu uns Betriebsräten waren alle dabei. Dadurch gab es viele verschiedene Perspektiven und Ideen.

 Tahiri: Dass auch wir als Betriebsräte eingeladen waren, fand ich wirklich super. Das zeigt die Offenheit, mit der die Unternehmensleitung uns begegnet. Positiv war auch, dass jeder sagen konnte, was er dachte. Da waren durchaus auch kritische Töne zu hören.

Was halten Sie von der vorgestellten Strategie?

König: Die Strategie für WaM finde ich gut und viele der Ideen waren auch super. Was mir bei ALBA aber oft ein wenig fehlt, ist die Beschäftigung mit dem Hier und Jetzt. Bevor man nach vorne prescht und neue Projekte aufsetzt, sollte man sich erst mal um das Fundament kümmern. Im nächsten Schritt kann man dann darauf aufbauen. Zum Beispiel müssen wir zuallererst unsere Daten harmonisieren und unsere Anlagen auf den neuesten Stand bringen.

Tahiri: Es wird viel über Digitalisierung gesprochen, aber teilweise fehlt noch das Werkzeug dafür. Bei uns in der Firma gibt es immer noch einige LKWs mit Tachoscheibe – zugleich reden wir über automatische Tourenplanung mit AMCS.

Wir haben also noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen?

Tahiri: So sehe ich das. Wir müssen uns zuerst von den Dingen befreien, die uns behindern. Vor allem beim Thema Standardisierung haben wir Nachholbedarf.

 König: Das betrifft zum Beispiel die Tagesberichte, die jeder Fahrer ausfüllen soll. Hier wäre es gut, einheitliche, übersichtliche Vorlagen zu haben. Dazu haben wir Betriebsräte gerade gemeinsam mit der Unternehmensleitung eine Lösung erarbeitet. Später einmal, wenn AMCS gut läuft, werden wir die Berichte nicht mehr brauchen. Aktuell aber schon noch.

Tahiri: Für mich stellt sich auch eine andere Frage. Solange wir die Formulare noch händisch ausfüllen: Wer soll sie auswerten? Wir haben im Süden einen gravierenden Personalmangel. Positiv ist, dass immer mehr Leiharbeiter fest übernommen werden. Das finden wir als Betriebsräte auch gut.

Die neue WaM-Struktur zielt ja durchaus darauf, Strukturen und Abläufe einheitlich zu regeln. Ein Schritt in die richtige Richtung?

König: Es muss sich jetzt zeigen, ob die neue Struktur so greift, wie man es gerne hätte. Wichtig ist, dass es an jedem Standort einen Verantwortlichen gibt, der auch da ist. Einer, der die Mitarbeiter informiert, der Aufgaben verteilt, der sich kümmert, wenn Probleme auftauchen. Ich habe Angst, dass jemand, der eine Vielzahl von Plätzen zu betreuen hat, doch zu weit weg ist.

Tahiri: Natürlich haben auch die Führungskräfte viel zu tun. Aber die Mitarbeiter möchten mit ihren Vorgesetzten reden. Das wird schwierig, wenn sie nur ab und zu da sind.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre?

König: Dass wir wieder in ruhigere Fahrwasser kommen und dass die Zufriedenheit steigt. Die Mitarbeiter sind das Wichtigste, was ein Unternehmen hat. Man muss sie ins Boot holen, damit alle in die gleiche Richtung rudern. Das ist aus meiner Sicht die größte Herausforderung.

Tahiri: Ich wünsche mir weniger personelle Wechsel und Umorganisationen. Das würde mehr Ruhe reinbringen.

König: Veränderungen wird es immer geben, aber in letzter Zeit war es schon sehr viel. Was wir vermeiden müssen ist, dass Mitarbeiter ihre Motivation verlieren, sich für Dinge zu engagieren, weil sie denken, in drei Monaten kommt eh wieder was Anderes. Dafür brauchen wir Kontinuität.

Welche Themen stehen auf Ihrer Agenda als Betriebsräte? Was wollen Sie in den nächsten Jahren bewegen?

König: Das wichtigste Thema ist sicher die Standardisierung. Einheitliche Formulare sind schon mal ein guter Anfang, aber es gibt noch andere Themen, bei denen wir gleiche, gerechte Bedingungen für alle Mitarbeiter schaffen wollen. Beispielsweise bei den Jahressonderzahlungen, dem ehemaligen Weihnachtsgeld. Oder auch bei den Löhnen allgemein. Gleiche Arbeit sollte gleich honoriert werden.

Tahiri: … was allerdings gar nicht so einfach ist. Erstens will man natürlich niemandem etwas wegnehmen und zweitens müssen alle Mitarbeitergruppen bedacht werden, nicht nur die Fahrer. Es geht also in erster Linie über die Neueinstellungen. Was wir bereits erreicht haben, ist eine einheitliche Regelung der Urlaubstage. Das hat sehr gut funktioniert.

König: Ein anderes großes Thema sind Weiterbildungen, schließlich ändern sich ständig die Anforderungen an unsere Arbeit. Zuletzt hat sich hier auch schon einiges getan, beispielsweise gibt es verstärkt Schulungen zu Rona.

Und schließlich beschäftigt uns natürlich die dünne Personaldecke. Hier wollen wir bestmöglich mithelfen, unsere Mitarbeiter zu binden und neue zu gewinnen, zum Beispiel im Rahmen von Ausbildungsmessen, und ALBA als Arbeitgeber noch attraktiver zu machen.

Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung wichtig?

Tahiri: Ich wünsche mir und erwarte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

König: Wir sitzen alle in einem Boot. Ob Führungskraft oder Betriebsrat – beide sind wir für die Mitarbeiter da. Der Arbeitgeber hat ihnen gegenüber eine Fürsorgepflicht und wir Betriebsräte vertreten ihre Interessen. Soweit liegt das gar nicht auseinander. Deshalb ist konstruktive Zusammenarbeit der beste Weg, um Dinge voranzubringen.

Herr König, Herr Tahiri, vielen Dank für das Gespräch!

 

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