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Stahl am Straßenrand: Nachhaltig nachgeben

Auf deutschen Straßen findet ein erbitterter Glaubenskrieg statt. Es geht um die Schutzplanken an den Straßenrändern. Die Einen plädieren für Betonschutzwände, die mittlerweile immer häufiger verwendet werden. 2015 bestanden bereits 20 Prozent der Schutzeinrichtungen auf deutschen Autobahnen aus Beton. Die Anderen verteidigen die traditionellen Stahlschutzplanken, die bereits seit über 50 Jahren vor allem auf Autobahnen eingesetzt werden. Welche Vor- und Nachteile haben die beiden Systeme?

 

Beton ist billig

Befürworter von Betonschutzwänden betonen vor allem deren Kosteneffizienz: Sie werden innerhalb kurzer Zeit errichtet, bestehen nur aus wenigen, günstigen Einzelteilen und sind besonders langlebig. Im Falle eines Unfalls muss eine Schutzwand aus Beton selten ersetzt werden. Aufprallende Fahrzeuge können sie aufgrund ihres hohen Gewichts und ihrer Stabilität kaum beschädigen. Dadurch seien sie auch besonders durchbruchsicher, was schwere Unfälle auf der Gegenfahrbahn verhindern kann. Gerade diese harte Unnachgiebigkeit wird aber von den Gegnern der starren Betonblöcke kritisiert.

Befürworter von Stahlschutzplanken verweisen darauf, dass moderne Systeme in Sachen Durchbruchsicherheit problemlos mit Betonwänden mithalten können. Dazu kommen niedrige Reparaturkosten und Wartungsfreiheit. Außerdem geben Stahlschutzplanken bei der Kollision nach und nehmen dabei Energie auf. Das Auto wird dadurch abgebremst und die Aufprallheftigkeit für die Fahrzeuginsassen verringert. Wird das Fahrzeug jedoch mit nahezu der gleichen Geschwindigkeit von der starren Betonbande weggeschleudert, mit der es dagegen prallt, verwandelt es sich in ein unkontrollierbares Geschoss und wird zur Gefahr für andere Fahrzeuge.

 

Unterschiede in der Umweltbilanz

Wie sieht es in Sachen Umweltbelastung aus? Beton wird aus Zement gemischt. Bei der Zementherstellung müssen die Rohstoffe Kalkstein, Ton, Sand und Eisenerz bei über 1.400°C gebrannt werden – dafür werden in der Regel fossile Brennstoffe verwendet. Der größte Teil der CO₂-Emissionen bei der Zementproduktion, nämlich 50 bis 60 Prozent, entsteht aber durch das Brennen von Kalk.
Die Herstellung einer Tonne Zement verursacht so durchschnittlich 900 kg CO₂. Weltweit werden so jedes Jahr über 2 Millionen Tonnen CO₂ frei. Hinzu kommen bei Betonschutzwänden der Transport und die Montage der verhältnismäßig schweren Einzelteile.

Auch bei der Stahlproduktion werden Treibhausgase frei: Pro Tonne Rohstahl aus dem Hochofen entstehen in Deutschland 1,744 Tonnen CO₂. Allerdings kann Stahl
vollständig recycelt werden, wobei etwa 1,35 Tonnen CO₂ pro Tonne Rohstahl eingespart werden. Splitt oder Schutt aus altem Beton dient dagegen höchstens als Kiesersatz oder wird durch Downcycling zum Beispiel für Tragschichten im Straßenbau verwendet.

Kurzum: Stahlschutzplanken mögen in ihrer Anschaffung teurer sein, sie sind aber eine Investition in die Zukunft. Denn Nachhaltigkeit zahlt sich aus – ganz sicher.

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