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„Wir wollen in der Champions League spielen“

Seit dem 1. Januar 2019 firmiert der Geschäftsbereich Waste and Metals (WaM) als ALBA Europe Holding (AEH). Was ändert sich? Im Interview erläutern die CEOs Carla Eysel und Rainer Kröger, wo die Reise hingehen soll.

Rainer Kröger

Carla Eysel

Die ersten 100 Tage gelten normalerweise als Schonfrist. Gab es das auch für die ALBA Europe Holding?

Carla Eysel: Eine Schonfrist war nicht erforderlich, da wir als Leitungsteam ja schon einige Zeit zusammen sind und jeder von uns bereits mindestens zehn Jahre im Unternehmen ist. Wir kennen das Geschäftsmodell und den Markt und freuen uns, in der neuen Aufstellung den Geschäftsbereich noch zielgerichteter ausbauen zu können.

 

Wie sieht Ihre Bilanz nach diesen ersten 100 Tagen aus?

Rainer Kröger: Eine Bilanzierung sollte sich an Zahlen, Daten, Fakten orientieren. Hier sind wir im ersten Quartal im Rahmen unserer Planung gut unterwegs. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen ist sehr positiv und auch das gemeinsame Verständnis für unseren Geschäftsbereich ist allseits vorhanden. Wir haben ein tolles Team, das tagtäglich bereit ist, alles für den Erfolg unseres Unternehmens und die weitere Entwicklung zu geben und ich bin stolz, part of the team zu sein.

Carla Eysel: Für mich ist es eine sehr spannende Zeit, weil neue Themen hinzukommen, wie die Steuerung der Finanzierung, und die Zusammenarbeit mit der Group sich neu ordnet. Gleichzeitig haben wir marktseitige Herausforderungen und die Situation Süd, die wir gemeinsam mit den Kollegen Regionalleitern und den Mitarbeitern im Süden in den Griff bekommen müssen. Und wir haben die neuen digitalen Themen.

Es ist also vieles gleichzeitig in Arbeit. Das ist sehr spannend, zeitweise aber auch sehr anstrengend. Für mich ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass alle Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite, unglaublich engagiert und unterstützend sind und es jeden Tag Spaß macht, ins Büro zu kommen. So werden wir das gemeinsam hinbekommen.

 

Warum heißt WaM nun AEH? Was ändert sich dadurch?

Rainer Kröger: Unter der neuen Firmierung finden sich alle Aktivitäten, die wir in unserem Portfolio steuern und entwickeln. Die Eigenständigkeit bietet uns noch mehr Gestaltungsspielräume, um unser Haus strategisch für die Zukunft auszurichten: kommunale Partnerschaften, Wertschöpfung, Digitalisierung sowie standardisierte Prozesse.

Carla Eysel: Der neue Name zeigt, dass wir ein eigenständiger Geschäftsbereich sind. Um das werden zu können, brauchten wir eine Dachgesellschaft, die die Anteile aller WO- und SaM-Gesellschaften hält. Da wir gemeinsam mit den Kollegen in Polen und Bosnien in Europa tätig sind, heißen wir ALBA Europe Holding. Damit bilden wir jetzt auch rechtlich ab, was wir bereits seit drei Jahren tatsächlich leben, nämlich einen gemeinsamen Geschäftsbereich. Diese neue rechtliche Gestaltung macht Prozesse viel einfacher.

Ist die AEH dadurch selbstständig oder allein gelassen?

Carla Eysel: Wir sind natürlich nicht allein gelassen. Wir sind ein eigener Geschäftsbereich, genau wie zum Beispiel Services. Wir gehören zu 100 Prozent der ALBA Group und bleiben Teil unserer ALBA-Familie. Wir haben klare Vereinbarungen mit der Group, allerdings mit mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten als vorher. Freiheiten muss man sich verdienen, deshalb ist das so genau in Ordnung.

Wie verändert sich durch diese Neuorganisation das Verhältnis des bisherigen Geschäftsbereichs WaM zur Familienholding der ALBA Group?

Carla Eysel: Einige Themen, die bisher aus der Group gesteuert wurden, steuern wir nun selber; die Holding agiert wie ein Aufsichtsrat, wir müssen also wesentliche Themen dort präsentieren und freigeben lassen. Dazu gehören zum Beispiel unsere Strategie, größere Zukäufe oder Verkäufe und Themen, die über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehen. Das alles ist in der Geschäftsordnung geregelt, die Teil unseres Bluebooks sein wird, so dass es jeder nachlesen kann.

 

Die Einführung der intelligenten Tourenplanung und -steuerung via AMCS läuft noch nicht so, wie Sie sich das erhofft hatten. Wo klemmt es?

Carla Eysel: Überall da, wo wir AMCS eingeführt haben, funktioniert es sehr gut. Wir müssen zum Teil sehr viele Vorarbeiten machen, da die Vor-Systeme nicht gleichartig ausgerichtet sind. Stammdaten müssen angepasst und Prozesse vereinheitlicht werden und wir müssen das Verständnis in die Organisation bekommen, dass wir nicht die bestehenden Prozesse in AMCS abbilden, sondern neue, optimierte Prozesse einrichten.

Ein solcher Veränderungsprozess ist nicht von einem Tag auf den anderen zu schaffen. Wir haben sehr viele Schulungen, insbesondere für die Disponenten aufgesetzt. Wir arbeiten viel mit den Fahrern und mit den Führungskräften, die das ganze Thema begleiten müssen. Wir sind überzeugt, dass eine moderne Tourensteuerungssoftware uns weiter bringt und dass wir ohne sie nicht funktionieren können. Der Fachbereich Logistik treibt das Thema sehr professionell, so dass wir den Verzug bald aufholen werden. Ich möchte alle Beteiligten bitten, dies als zwingend notwendige Maßnahme anzusehen und mitzumachen, sich auf die Veränderungen einzulassen. Wir brauchen das und wir können das auch.

Rainer Kröger: Hinter dem Begriff „Digitalisierung“ steckt mehr als nur die Implementierung eines neuen Systems. Wir wollen persönliche Erfahrungen nachbilden in Form von Algorithmen, mit hoher Datenqualität. Zudem wollen wir unsere Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung steigern. Am Ende geht es um die Menschen, die wir bei diesem Wandel mitnehmen müssen. Dies haben wir erkannt und unser Vorgehen nun darauf ausgerichtet.

Die ersten Erfolge aus dieser Erkenntnis sehen wir aktuell in der Region Nordbaden, die wir innerhalb von drei Monaten mit allen Absetz- und Abrollkippern erfolgreich implementieren konnten. Auch in neu gewonnenen bzw. überplanten Landkreisen (Weißeritzkreis und Rottweil) konnten wir mit dem oneTeam-Ansatz unsere Touren in AMCS abbilden. Das ist eine sehr gute Basis für die weiteren Implementierungen.

 

Der Vertrieb wird auch neu aufgestellt, mit einer flotteren Kundenansprache, die beim SalesDay in Leipzig präsentiert wurde. Worin besteht der neue Ansatz?

Rainer Kröger: Das war eine tolle Veranstaltung, für die ich Herrn Dr. Thieme und seinem Team ein großes Kompliment ausspreche. Wir wollen uns am Markt noch klarer positionieren. ALBA hat Anfang der siebziger Jahre in Berlin die getrennte Wertstofferfassung in Deutschland eingeführt und damit einen Grundstein für die moderne Recyclingwirtschaft gelegt. Wir nennen es daher nicht nur Rohstoff – wir sind der Ressourcen-Retter.

Mit diesem Markenkern liegen wir voll im Megatrend der Nachhaltigkeit. Bei der Kundenansprache werden wir emotionaler. Wir tauchen in die Welt der Kunden ein und zeigen ALBA als Partner, der den Kunden auf seinem Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen begleitet. So werden wir vom reinen Entsorgungsdienstleister zum unverzichtbaren Image-Partner. Eine entsprechende Marketingkampagne ist bereits auf dem Weg. Zudem entwickeln wir gerade eine Kundenplattform und einen komplett neuen Auftritt für das Online-Geschäft. Wir investieren aber auch in unsere Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Künftig wird jeder, ob Innen- oder Außendienst und über alle Führungsebenen, regelmäßig trainiert. Ab Mitte Mai starten die Schulungen in unserer neuen Sales Academy. Wenn wir von der 1. Bundesliga in die Champions League wollen, müssen wir intelligenter und härter trainieren als die anderen Mannschaften.

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