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Zukunftstechnologie in der Probezeit

Welche Rolle spielt die Abfallentsorgung in der Stadt von morgen? Einen Vorgeschmack geben die Smart City-Projekte der ALBA Group.

Flotter Feger aus Fernost: ALBA-Mann Frank Botta mit den Senior Software Engineers William Yao und Howard Zhang (v.r.n.l.) von Autowise neben dem Neuling RUIQING.

Der neue Kollege geht zielstrebig ans Werk und kehrt die herumliegenden Metallsplitter zusammen, die auf dem Betriebsgelände in Wilhelmshaven die Reifen der Lkw durchlöchern könnten. Selbst als es anfängt zu nieseln, fegt er mit dem Besen eifrig hin und her. Und das Tollste:  Er schnurrt bei der Arbeit noch leise vor sich hin.

Der Neue heißt RUIQING und kommt aus China, genauer: aus Shanghai. Dort rüstet das Startup „Autowise“ herkömmliche Kehrmaschinen zu autonom fahrenden Fegern auf. Mitte März kam RUIQING in Wilhelmshaven an und wischt bei der ALBA Metall Nord gründlich durch. Keinem einheimischen Mitarbeiter nimmt der neue Kehrmeister den Arbeitsplatz weg, im Gegenteil: In Deutschland fehlen rund 40.000 Lkw-Fahrer; sie für die Sauberkeit auf dem Betriebsgelände einsetzen zu müssen, wäre reine Verschwendung. Auf der Straße, bei den Sammeltouren werden sie gebraucht. Der selbstständige flinke Kerl aus Fernost ist also das beste Beispiel, dass Digitalisierung Menschen nicht arbeitslos machen muss.

Autonome Kehrmaschinen – bald auf der  Straße?

Frank Botta vom BluehouseLab der ALBA Group betreut den Neuling als technologischer Ausbilder. Denn wie ein Azubi muss auch der digitale Straßenfeger erst einmal angelernt und dann in die Betriebsabläufe integriert werden.

„Für uns ist RUIQINGs Einsatz auf dem geschützten Betriebsgelände ein erster Versuch“, sagt der Senior Innovation Manager. „Aber es ist auch die Vorstufe zum Einsatz autonomer Kehrmaschinen auf einer Stadtstraße.“

Bei der Digitalisierung geht es nicht nur um schnelles Internet und intelligente Roboter, sondern auch um eine Vernetzung in den Städten und Kommunen, die das Leben einfacher und effizienter gestalten soll.

Das Ziel ist die Smart City. Bisher schaut die Öffentlichkeit vor allem auf die Bereiche Verkehr, Stromversorgung und Energiemanagement. „Abfallentsorgung ist hier noch ein blinder Fleck“, weiß Botta. „Sie kann aber einen wesentlichen Beitrag zur Smart City leisten.“

Die Städte Frankfurt, München und Berlin haben bereits eine Vielzahl von Initiativen gestartet, die meisten befinden sich aber noch in der Entwicklungsphase.

Der Berliner Senat hatte bereits im April 2015 eine Smart City-Strategie beschlossen, die die Ressourceneffizienz und Klimaneutralität der Stadt bis 2050 steigern und einen Pilotmarkt für innovative Anwendungen schaffen soll. Da passt es gut, dass ALBA aufgrund seiner Effizienz- und Zukunftsstrategie hier als Lokalmatador mitmischen kann.

Hier ist die Zukunft schon Alltag

Mit vier Start-ups hat ALBA bereits verschiedene Übertragungstechniken und Sensoren an Abfallbehältern erprobt.

„Es geht nicht nur um die Sensoren selbst, sondern auch um Netzabdeckung und Gebäudedurchdringung“, erklärt Senior Innovation Manager Botta. „Denn die Behälter stehen bei unseren Kunden ja oft im Keller oder in der Tiefgarage.“ Das Ziel: Tonne oder Container bestellen das Entsorgungsfahrzeug erst, wenn der Behälter voll ist.

„Es macht keinen Sinn, zu einer leeren Tonne zu fahren, gerade im ländlichen Raum. Mit Sensoren steigern wir die Effizienz und entlasten die Umwelt.“ In einem zweiten Schritt könnten die sensiblen Helfer auch registrieren, wenn falsche Stoffe eingefüllt wurden und sogar gleich die Rechnung für die korrekte Nachentsorgung erstellen. Denkbar ist dann auch, dass jeder Bürger nur für die Menge Abfall bezahlt, die er wirklich verursacht hat.

Intelligent unterwegs

Deutschlandweit führt ALBA derzeit eine Software zur intelligenten Tourenplanung und -steuerung ein. Sie ist das erste Großprojekt der Digitalisierung im Unternehmen. Die Plattform des Anbieters AMCS optimiert die Fahrstrecke der Entsorgungsfahrzeuge, damit diese kundenfreundlicher, transparenter und umweltschonend wird.

Der Fahrer erhält eine Route, die auch die aktuelle Verkehrssituation berücksichtigt, in Echtzeit direkt ins Fahrzeug. Das Ergebnis ist weniger Verkehr, weniger CO₂-Ausstoß. Für die Kunden wird das im nächsten Schritt auch mehr Transparenz bedeuten. Sie können die Entsorgungsleistung in Echtzeit mitverfolgen. Die intelligente Routensteuerung hilft, unsere knappste Ressource – unsere qualifizierten Mitarbeiter  – so effizient wie möglich einzusetzen. Denn überflüssige Fahrten kann sich ALBA angesichts des Personalmangels in unserer Branche nicht erlauben.

Neue Erkenntnisse im Vorbeifahren

ALBAs zweiter Beitrag zu Smart City-Lösungen: Weil Fahrzeuge der Entsorger überall hinkommen, können sie auch zu einem umfassenden, aber geregelten Datenaustausch beitragen. „Wir können im Vorbeifahren Daten für die Smart City erheben“, verspricht Botta. „Denn wir fahren in regelmäßigem Turnus alle Straßen ab.“

Auch hier laufen die ersten konkreten Projekte bereits auf Hochtouren. Gemeinsam mit dem Start-up Vialytics prüfen Smartphones hinter der Windschutzscheibe die Straßenqualität – Schlagloch-Detektierung nennt sich das. Im Gespräch ist die LAB-Besatzung über das Aufspüren von Funklöchern und die Messung der Feinstaubbelastung. Einen großen Sprung in die Zukunft verspricht ein Gemeinschaftsprojekt mit Siemens, Bombardier und dem Münchner Unternehmen Artisense, das dreidimensionale Karten für das autonome Fahren entwickelt.  Stereo-3D-Kameras in sechs Abroll-Fahrzeugen von ALBA bilden die befahrenen Straßen für Maschinen verständlich und in Echtzeit ab.

Die Daten werden automatisiert in Form einer Punktwolke anonymisiert und der Karte hinzugefügt. Das Ergebnis sieht entsprechend futuristisch aus.

 

Berufskraftfahrer David Kowalka von der ALBA Nord in Schwerin bekommt seine optimierte Tour auf sein Mobilgerät gesendet.

Smart City – und ALBA mittendrin

Ob smarte Mobilität, intelligente Infrastruktur oder effizientes Gebäudemanagement – es gibt kaum einen Bereich in der Entwicklung von Smart Cities, der uns als Unternehmen nicht betreffen wird. Wer das in deutschen Städten noch für eine Utopie hält: In Asien wird die ALBA Group bereits danach gefragt. Kein Wunder:

Die Geschwister vom Wilhelmshavener Feger RUIQING haben in Shanghai soeben die Zulassung für den Probebetrieb auf öffentlichen Straßen erhalten.

 

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